Chemie aus dem Labor macht Kiffen gefährlicher

avery meeker muuZhItgQoE unsplashEs ist unbestritten, es tut sich viel beim Thema Cannabis. Gerade in letzter Zeit hat sich das Image von Cannabis sehr zum Besseren gewandelt, vor allem seit die Wunderwirkungen von CBD Öl (Cannabdiol) - also ohne das high machende THC und dafür u.a. Ängste und Schmerzen lindernd - bekannt wurden.

Erst wird mal legalisiert und das nicht ohne guten Grund

Natürlich ist das auch so, weil einige umliegende Länder Cannabis längst legalisierten, der Staat enorm von den Einnahmen profitiert (siehe USA - big business). Uruguay baute als erster Staat seit 2013 eine Hanfindustrie auf und die Zahl der Länder, die Cannabis dem Alkohol gleichstellen, wächst. Im US-Staat Colorado gilt nun eines der liberalsten Marihuana-Gesetze als beste Massnahme gegen den Drogenkrieg mit Mexiko, in Kanada ist kiffen legal, der Libanon hat nun ebenso als erstes arabisches Land den Anbau für medizinische Zwecke legalisiert und selbst das Schweizer Parlament stimmte einem Experimentierartikel zu, um den Schwarzmarkt einzudämmen. Im Rahmen von wissenschaftlichen Pilotversuchen sollen Produkte legal abgegeben und die Auswirkungen auf Nutzer untersucht werden.

Heilsames CBD ÖL und der Wunsch nach Legalisierung87255412 s CBD Öl

In den letzten Jahren wurde die Hanfpflanze zudem als Universalmittel gegen alle möglichen Leiden wiederentdeckt. Seit 2016 darf Cannabis hierzulande mit einem THC-Gehalt von unter 1 Prozent legal hergestellt und verkauft werden. Die Anzahl von registrierten Produzenten steigt beständig. Hanf finden Sie heute sowohl im Schampoo als auch im Tee und Nahrungsmitteln. Man schätzt, dass eine halbe Million Joints hierzulande täglich geraucht werden und es sah gerade mal so aus, als würde der Hanf zum Ersatz vom üblichen Aperitif. 

In Deutschland wünschen sich viele Menschen gerade aus medizinischer Sicht schon lange, dass wenigstens der medizinische Gebrauch etwas leichter gestaltet sein möge als bisher. Schliesslich geht es hier um Schmerzen und Heilung vieler noch zu entdeckender Heilungsmöglichkeiten für viele stressbedingte Krankheiten. 

Und wieder geht es nur ums Geld, egal auf wessen Kosten 

Doch nach der Anbauschlacht kommt nun leider eine harte Bauchlandung. Zuerst fiel der Preis von einem Kilo CBD Öl von 5500 Euro auf knapp unter 1000 Euro. Und schon fanden findige Köpfe eine praktische Lösung: sie bestellen in China billige synthetische Cannabinoide, sprühen sie auf Industriehanf und verkaufen sie als Marihuana für ca. knapp 5000 Euro Franken das Kilo, und schon rollt der Rubel wieder.

Synthetisches Cannabis kann hundertfach stärker sein als natürliches Cannabis

Leider wurden nun letzte Woche wieder 2 Todesfälle bekannt, 2 Jugendliche in der Schweiz, die wahrscheinlich synthetisches Cannabis konsumierten. Synthetisches Cannabis besteht aus Cannabinoiden, die in Labors hergestellt und auf legale CBD-Blüten gespritzt werden. Man nennt sie auch Cannabimimetika, denn sie imitieren die psychoaktive Wirkung von THC und docken im Gehirn an dieselben Rezeptoren wie natürliche Cannabinoide. Synthetisches Cannabis ist Fake-Cannabis, um ein Hundertfaches potenter und damit gefährlicher. Es kann zu Massenvergiftungen wie 2016 in New York kommen, wo 33 Menschen nach dem Konsum in den Notaufnahmen landeten. Auch in Russland kam es 2014 innerhalb von nur zwei Wochen zu 600 Intoxikationen mit synthetischen Cannabinoiden und 15 daraffolgenden Todesfällen. (das hört sich schlimm an und steht doch noch immer in keinem Verhältnis zum Schaden von Alkokohlmissbrauch!)

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen & Drogensucht meldete zwischen 2016 und 2019 insgesamt 61 Todesfälle, die durch Herzinfarkt oder Erstickung am eigenen Erbrochenen verstarben. Es gibt aus den Schwarzmarkt-Labors inzwischen zuviele dieser Substanzen, um sie erkennen zu können. Experten schätzen allerdings die Dunkelziffer der Todesfälle deutlich höher ein.

Es gab also beim natürlichen Cannabis bisher keine Todesfälle - jetzt gibt es sie. Leider sieht man es dem Gras überhaupt nicht an, ob es synthetisch gestreckt ist, man riecht es auch nicht. Analysen können nur bei einem konkreten Verdacht durchgeführt werden. Dieses Jahr wurden in über 60 Proben synthetische Cannabinoide entdeckt. 

Synthetisches Cannabis ist eine Droge unseres Zeitalters, in dem so tun als ob wichtiger wird, als alles SEIN. Vielleicht hat es auch mit der Angstmacherei rund ums Thema Corona zu tun und den ständig steigenden Anforderungen. Die Uno hat schon verkündet, der Drogenkonsum nimmt nachweislich seit den Lockdown Maßnahmen zu. Und seit Corona wird auch deutlich mehr Alkohol getrunken!  

 

Kiffen ist für Jugendliche überhaupt nicht harmlos!

thought catalog UoXLndT32Hg unsplashVor Bars werden heute Joints fast so unbekümmert geraucht wie Zigaretten, das konnte ich z.B. in Berlin ganz eindeutig beobachten. Auch eine schwedische Studie bestätigt das. 

Ein Drittel aller Jugendlichen wird leider abhängig. Erstaunlicherweise sind besonders Schweizer Jugendliche als besonders leidenschaftliche Kiffer bekannt. Eine WHO-Befragung unter 14- bis 15-Jährigen ergab, dass männliche Jugendliche dort mit 27 Prozent mehr Joints rauchen als in anderen europäischen Ländern, während weibliche Jugendliche mit 17 Prozent im oberen Mittelfeld liegen. Cannabis beeinträchtigt - wie auch in einem anderen Artikel auf dieser Seite beschrieben - besonders bei jungen Menschen die Gehirnentwicklung, die mit 18 noch lange nicht beendet ist. Die Substanz erhöht eindeutig das Psychoserisiko und intellektuelle Fähigkeiten werden langfristig beeinträchtigt. Das Rauchen von synthetischen Cannabinoiden erhöht diese o.g. Risiken erheblich. Doch für potentere Substanzen wird es wahrscheinlich immer einen Schwarzmarkt geben, erst recht wenn legal nur moderates Cannabis abgegeben wird. In der Schweiz fordert man nun einen verbesserten Jugendschutz und will Maßnahmen gegen die Verharmlosung von Cannabis ergreifen.

Leider gilt hier nun nicht mehr: das rechte Maß im Umgang bestimmt die Wirkung, wenn die Dosis unberechenbar geworden ist!

 

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Heilpraktiker für Psychotherapie
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