Eifersucht & Medien – Beziehungsprobleme

118566866 sAus gegebenem Anlass, weil dieses Thema immer öfter in meiner Praxis in den Altersgruppen von 20-55 auftaucht, finden Sie hier dazu ein wenig Aufklärung und Hintergrundinformationen von mir dazu.

Doch was genau ist eigentlich Eifersucht?

Für den einen beginnt Fremdflirten bereits bei einem Blick, für die anderen sind es intensive Gespräche oder Körperkontakt und für wiederum andere ist es der Like des Profilbilds bei Facebook.

Laut einer Studie aus 2016 gaben nur rund 28% der Befragten in Deutschland an, in einer Beziehung keine Eifersucht zu empfinden. Weitere interessante Ergebnisse waren, dass das Geschlecht bei Eifersucht kaum eine Rolle spielt und dass Eifersucht im Alter abnimmt (1).

Eifersucht beschreibt eine schmerzhafte, negative Emotion, die der Überzeugung entspringt keine bzw. zu wenig Liebe, Anerkennung, Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Respekt oder Zuneigung seitens einer geschätzten Bezugsperson im Vergleich zu einer anderen Person zu bekommen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob diese Überzeugung der Realität entspricht oder eingebildet ist.

Eifersucht entsteht dann, wenn der Anspruch auf Zuneigung oder Liebe (vermeintlich oder real) durch den Partner dadurch in Frage gestellt wird, dass er diese jemand anderem und nicht einem selbst entgegenbringt. Dadurch wird eine starke Verlustangst auslöst. (2). Oft basiert Eifersucht auf einem Misstrauen und der Überzeugung, dass der Partner/die Partnerin eigentlich jemand anderen präferiert.

Heutzutage bieten vor allem soziale Netzwerke und andere Kommunikationsmedien Nährboden für eine weitere Form von Misstrauen und Eifersucht in der Beziehung.

Laut einer Studie von Kaspersky aus dem Jahr 2018 ist das Smartphone für mehr als 50% der Paare ein Streitgrund. Inhaltlich geht es dabei sowohl um die Nutzungsdauer als auch um Missverständnisse in der Kommunikation oder unbefugte Nutzung durch den Partner. Dabei kann das Smartphone selbst auch zum Objekt der Eifersucht werden (3).

Digitale Eifersucht & Nachspionieren87571933 s

Soziale Medien können den Unsicherheitsfaktor in Beziehungen weiter schüren bzw. verstärken. Die Psychologin Amy Muise war eine der ersten, die neben „herkömmlicher Eifersucht“ das Phänomen der Digitalen Eifersucht erforscht hat. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit fand sie heraus, dass soziale Netzwerke die Eifersucht von Paaren vergrößerten, z.B. so: 

  • Mit wem schreibt er/sie?
  • Wessen Foto wurde geliked?
  • Wem folgt er/sie bei Instagram?
  • Warum hat er/sie das Profilbild bei WhatsApp geändert, in eines, auf dem ich nicht mehr zu sehen bin?
  • Warum hat er/sie bei Facebook keinen Beziehungsstatus angegeben?

All diese und viel mehr Fragen können im Laufe einer Beziehung aufkommen und sind wohl auch zu einem gewissen Grad ganz normal.

So sagen mir einige Klienten beispielsweise, dass sie es auch mal genießen, wenn der Partner/die Partnerin sie nicht als selbstverständlich gegeben nimmt und sie sich der potenziellen Attraktivität der Partnerin/des Partners für andere bewusst sind. Doch eben nur zu einem gewissen Grad.

Sobald sie jedoch das Handy des Partners zwanghaft durchsuchen, die Aktivitäten in den Sozialen Netzwerke regelmäßig überprüfen und eventuell sogar sogenannte Spy Apps zur Überwachung installieren, kann das sehr schädlich für die Beziehung und den gegenseitigen Respekt der Privatsphäre sein. Es führt vor allem auch zu vertieftem Misstrauen und heftigem Streit und hie und da sogar zur Trennung - was eigentlich die Eifersucht verhindern wollte. 

Gründe für Eifersucht

Neben der zuvor beschriebenen Unsicherheit wird als Hauptgrund für Eifersucht oft die Liebe als Erklärung angegeben. Bei tiefgreifender Eifersucht geht es allerdings viel eher um Besitz, Kontrolle und Angst vor Verlust, vor allem dann, wenn die Eifersucht übermäßige Züge annimmt.

In diesem Fall kann professionelle Unterstützung helfen, denn das ist ein Fall für externe Hilfe, hier spielen häufig Prägungen aus der frühkindlichen Phase eine Rolle oder traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit. 

Was tun gegen die Eifersucht?

Das große Angebot technischer Möglichkeiten zur Spionage durch Apps und Co verleitet schnell dazu, eine Grenze zu überschreiten. Laut einer Elitepartner-Umfrage jeder Zehnte seinem Partner schon einmal online hinterherspioniert haben.

Mein Tipp Nr. 1 für Sie: Kommunikation

Egal, ob Sie unter dem Nachspionieren eines eifersüchtigen Partners leiden, oder selbst Ihrem Partner misstrauen, die Regel Nummer eins ist Kommunikation!

  • Reden Sie einerseits über Ihre eigenen Gefühle dem Partner gegenüber und auch über Ihre Gefühle dem Nachspionieren.
  • Wenn Sie sich durch das Nachspionieren Ihres Partners oder dessen Aktivitäten belastet fühlen, sollten Sie dies Ihrem Partner mitteilen, um gemeinsam eine Lösung zu finden und das Vertrauen ineinander wiederaufzubauen.
  • Außerdem kann es empfehlenswert sein offen über das zu sprechen, was online passiert, um eventuelle Missverständnisse aufzuklären. Vielleicht ist der Mann, mit dem sie schreibt in Wirklichkeit ihr schwuler Friseur und die Bilder, die er liked, sind von seiner Cousine, die Sie noch nicht kennen. Geheimniskrämerei schafft Misstrauen.

Social Media-Detox gegen digitale Eifersucht

Laut der b4p-Trendstudie zum Thema "Digital Detox" haben bereits 2/3 der Deutschen ausprobiert für bestimmte Zeiträume bewusst auf Ihre digitalen Geräte zu verzichten (4), denn, das hat folgende Vorteile:

  • Es hilft beim Abschalten.
  • Sie haben mehr Zeit für Ihre Partnerschaft.
  • Diese Zeit kann bewusst genutzt werden, um gegenseitiges Vertrauen z.B. durch Kommunikation oder körperliche Nähe zu stärken.

Ein weiterer Schritt kann das Entfolgen/Entfreunden in den sozialen Netzwerken darstellen, um sich selbst die Möglichkeit zu nehmen den anderen auf Facebook und Co. zu stalken.

 

117396899 sDoch was tun, wenn aus Eifersucht Obsession wird? Psychotherapie bei Eifersucht?

Eifersucht und Neid spielen vermutlich in jeder Psychotherapie eine wichtige, aber oft stark verhüllte und unterdrückte oder verleugnete Rolle (4)

Ob Eifersucht, in welcher Form sie sich auch äußert, behandlungsbedürftig ist oder ein Teil der Therapie sein darf, liegt dabei im Ermessen des/der Betroffenen selbst. Wird der persönliche Leidesdruck durch das Gefühl der Eifersucht, sowohl der eigenen als auch der des Partners, als Beeinträchtigung wahrgenommen, kann es sinnvoll sein, sich professionelle Unterstützung zu suchen. In diesem Fall geht es auch vor allem darum, den Betroffenen zu helfen, nicht das Gegenteil von dem zu tun, was sie eigentlich durch die Eifersucht erreichen wollen: nämlich Liebe und Verbundenheit zu erfahren. Und es geht oft auch um die Heilung der Wunden des vorherigen Lebens, damit sie nicht mehr störend in die aktuelle Beziehung hineinfließen.

Quellen:

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Heilpraktiker für Psychotherapie
in Schifferstadt auf jameda

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