Psychotherapie Mannheim

Sexueller Missbrauch & Inzest

Unter sexuellem Missbrauch versteht man körperliche Übergriffe von Verwandten (z.B. Eltern, Geschwistern, Onkel, Tante …) und Bekannten (z.B. Nachbarn, Freunde ...) oder Autoritätsfiguren (z.B. Lehrer, Chorleiter, Priester, Chef ...). Sie finden sowohl im eigenen Zuhause statt als auch in Institutionen (z.B. Schule, Verein, Kirche, Arbeitsplatz ...) und werden gegen das ausdrückliche Einverständnis der Betroffenen durchgesetzt, die sexuell bedrängt, bedroht und benutzt werden. Findet der Missbrauch mit einem Elternteil statt, nennt man es Inzest. Findet dieser Missbrauch über einen langen Zeitraum statt, wird er von den Opfern wie Folter empfunden. Vermutlich sind 10 - 20 % aller Mädchen und 5 - 10 % aller Jungen betroffen. Leider werden Missbrauchsfälle in Familien noch immer lieber vertuscht statt angezeigt. Auch die katholische Kirche tut bis heute so, als sei das Zölibat nicht der Auslöser dafür, dass so viele Priester sich an ihren Zöglingen vergreifen.

In meine Praxis kommen meist Menschen, die sich erst nach Jahrzehnten trauen, dieses Thema endlich einmal aufzugreifen. Immer treibt sie dabei die schiere Not - sie werden von quälenden Erinnerungen gejagt. Sie spüren die Folgen bis heute, werden Gefühle inneren Drucks, Unwohlseins oder Beschmutztseins einfach nicht los. Sie leben als Opfer oder isolieren sich, damit kein Missbrauch mehr stattfinden kann. Mir drängt sich bei diesen Klienten immer wieder ein Bild auf: ein lange im Stillen wachsender Vulkan, der plötzlich und scheinbar ohne erkennbaren Auslöser ausbricht und sich wie ein Fluss brennender Lava anfühlt, die alles zerstört. Depressionen, Selbsthass, Selbstzerstörung, Selbstverletzungen, Angst, Panikattacken und Aggressivität sind häufige Folgen von Missbrauch jeglicher Art.

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Die Folgen von Missbrauch

Es ist inzwischen klar, dass sexueller Missbrauch von Erwachsenen an Kindern häufig vorkommt. Es wird immer offenbarer, dass er sich über Generationen in Familien fortsetzt.

Sexueller Missbrauch verändert das Leben eines Menschen für immer. Er verwehrt ihm einen normalen Umgang mit der eigenen Sexualität ebenso wie mit der anderer. Frauen und Männer reagieren hier sehr unterschiedlich.

Frauen werden infolge eines Missbrauchs selten selbst zur Täterin. Sie treffen jedoch, ohne es zu wollen, immer wieder auf Menschen, die sie auf die eine oder andere Weise immer weiter missbrauchen. Sie werden manchmal sogar noch als Erwachsende vom Partner weiter missbraucht. Viele dieser Opfer lernen nie, sich zu zur Wehr zu setzen, dem ein Ende zu machen, für sich einzustehen.

Statistiken beweisen die traurige Wahrheit, dass missbrauchte Männer sehr häufig selbst zu missbrauchenden Tätern werden - wenn sie es nicht schaffen, ihre fehlgeleitete Sexualität vollständig zu unterdrücken – was weitere schlimme Folgen für ihre Seele und ihr Leben hat.

Reaktionen des Umfelds auf Missbrauch

Auch von meinen Klienten höre ich immer wieder, deren kindlichen Versuche sich mitzuteilen und um Hilfe zu bitten von ihrem Umfeld teilweise heftig und vor allem ungläubig abgewehrt wurden. Nachbarn, Freunde und Verwandte wollten es einfach nicht glauben, reagierten mit Abscheu, Ekel und Unverständnis. Viele mögliche Helfer versuchen, diesem Thema so lange wie möglich aus dem Weg zu gehen. Sie wiegeln ab, verschleiern, vertuschen oder bezichtigen die Kinder der Lüge. Manchmal gehen sie ihnen sogar aus dem Weg. Und immer wieder wird versucht, dem Opfer doch noch eine Teilschuld zuzuweisen. Und so blieben und bleiben viele Betroffene in ihrer Not alleine. Sie sind weiterhin dem Missbrauch ausgesetzt und missbrauchen sich letztlich ohne es zu wollen immer wieder selbst, weil der Versuch der Verdrängung komplett unmöglich ist.

Achtung vor Fehlinterpretationen

Ein Wort der Vorsicht: So manchem wird heute durch Astrologen, Seher, Energiearbeiter etc. von einem Missbrauch erzählt, an den die Hilfesuchenden mit psychischen Problemen keinerlei bewusste Erinnerungen haben. Hier vertrete ich ganz klar folgende Haltung: Was der Verstand an Erinnerungen nicht freigibt, dafür ist der Mensch auch noch nicht bereit! Ich versuche nicht, bei meinen Patienten zu bohren oder etwas zwanghaft aufzudecken, wenn keine konkrete Erinnerung vorliegt.

Fotolia 7963537 XSHilfe ist auch Jahrzehnte später möglich

Bei Missbrauch ist häufig eine Langzeitbegleitung nötig. Handelte es sich um einen einzelnen Vorfall, kann es manchmal auch schneller gehen. Die Aufgabe des Opfers, das wirklich heil werden will, ist eine besonders herausfordernde: der Verstand kann nur loslassen, was er als normal oder wirklich bearbeitet ansieht oder wenn das Opfer seine eigene Unschuld vollkommen spüren und anerkennen kann. Missbrauch ist ein Trauma, das mit Widerhaken verankert tief in der Seele sitzt und unbearbeitet nicht vergessen werden kann. Opfer sehen sich alleine vor der für sie schier unlösbaren Aufgabe des Vergebens gestellt, um endlich vergessen zu dürfen. Wollen sie vollständige Heilung, sind sie gefordert, das Thema in ihr Leben so zu integrieren, dass es etwas Gutes erzeugt, einen Sinn bekommt. Sie sind gezwungen, ihren Frieden damit zu machen, dass ihnen das schöne, heile Leben, das scheinbar so viele um sie herum hatten, nicht vergönnt war. Manchmal ist es auch abhängig vom Alter des Missbrauchs, ob Narben auf der Seele bleiben, die z.B. dauerhafte, vertrauensvolle Beziehungen unmöglich machen und tiefe Einsamkeit erzeugen können.

Ich staune immer wieder während des Heilungsprozesses, wie sehr die Betroffenen – häufig ohne dass sie es selbst überhaupt bemerken – an ihrer Herausforderung gewachsen sind. Ich vergleiche ihren Prozess häufig mit dem Sandkorn, das in eine Muschel eindringt und damit eine Verletzung erzeugt, die die Muschel ganz sicher nicht wollte. Im Heilungsprozess, dem Kampf der Muschel gegen den Eindringling, wird die Perle geschaffen! Für den Betroffenen kann die langsam reifende Erkenntnis daraus bestehen, dass sein seelischer Kern unverletzt und schön und rein wie die Perle in einer Muschel ist, egal was mit seinem Körper geschah.

Begleitung von Missbrauchsopfern

Bei der Begleitung von Missbrauchsopfern achte ich auf einen besonders sanften Umgang mit dem Thema. Ich schaffe ein Umfeld, bei dem "die Muschel bereit wird, sich von selbst zu öffnen" und ihre Perle anzuschauen.

Wie Byron Katie Missbrauch heilte

Byron Katie, deren Bücher ich hier empfehle, ist eine missbrauchte Frau GEWESEN. Sie erlebte mit 3 Jahren einen Missbrauch, dessen Folgen sie 10 Jahre lang (im Alter zwischen 30 und 40) in schlimmste Zustände depressiver Aggressionen versetzte. Sie ist ihren Weg gegangen und hat nicht nur eine Perle hervorgebracht, sondern eine Perlenkette, die vor allem auch die Welt missbrauchter Menschen sehr bereichern kann! Ich empfehle hier jedoch zum Einstieg unbedingt eine erfahrene Begleitung, anstatt die "Work" selbst zu versuchen! Und wenn Sie das möchten, dann bin ich gerne für Sie da!

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